Lino Care, ein soziales Ticketing-System

Übersicht

Lino Care ist eine Variante von Lino Noi, die angepasst wurde für den Einsatz in Organisationen, die Menschen helfen, füreinander zu sorgen.

Während Lino Noi als Ticketing-System für das Lino-Team und andere Softwareprojekte benutzt wird, entstand Lino Care aus der Beobachtung, dass die meisten Konzepte dieser Software für soziale Zwecke wiederverwertet werden können. Ein anderer Kontext, aber ähnliche Datenstrukturen. Was Programmierer ein Ticket nennen, nennen wir in Lino Care eine Bitte.

Es geht um kostenlosen Austausch. Hier wird weder von Geld noch von sonstigen Zahlungseinheiten gesprochen. Es geht nicht um Abrechnen von Leistungen und Gegenleistungen, sondern um das Kennenlernen und Vernetzung von Kontakten.

Im Gegensatz zur Patenschaftsbörse wird hier immer nur ein punktuelles, zeitlich begrenztes Engagement erwartet.

Im Gegensatz zu Projekten wie Helpific gibt es in Lino Care einen Katalog von Fähigkeiten, der es uns ermöglicht, automatisierte Hilfsvorschläge (“Wo kann ich helfen?”) zu machen.

Es wird nicht unterschieden zwischen “Helfern” und “Helfenden”, jeder kann sowohl Anfragen als auch Angebote machen.

Weder Hilfesuchende noch Anbieter brauchen sich selber einzuloggen.

Das Erfassen in der Datenbank wird durch eine Gruppe von Verwaltern gemacht. Diese Mitarbeiter werden auf Vertrauenswürdigkeit geprüft und erhalten eine Schulung. Eine weitere Gruppe von Mitarbeitern arbeitet „draußen“ und hat als Aufgabe, mit vielen Menschen in ständigem Kontakt zu sein und sowohl Angebote als auch Anfragen zu erkennen und zu sammeln. Diese Mitarbeiter können ihre Informationen und Berichte entweder selber eingeben, oder diese “Computerarbeit” durch einen spezialisierten Mitarbeiter im Büro erledigen lassen.

Optionen

Die Mitarbeiter können Berichte ihrer Gespräche und Aktionen in die Datenbank eintragen, die andere Mitarbeiter später lesen können. Dadurch wird ein Teamgeist gefördert, der auch ohne viele Versammlungen auskommt.

Eine mögliche Option ist, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit notieren können. Es wirkt motivierend, wenn man seine ehrenamtlich geleistete Arbeitszeit irgendwo stehen sieht, slbst wenn man dafür kein Geld bekommt.

Jede Bitte hat einen Autor. Das ist im einfachsten Fall der hilfesuchende Benutzer, der seine Bitte selber formuliert und erfasst hat. Ein Autor kann aber auch Bitten im Auftrag eines anderen Benutzers erfassen. Außerdem ist auch wichtig der Status einer Bitte: Offen, Erledigt, “Wartet auf Reaktion von Dritten”, “Wartet auf einen neuen Verantwortlichen”, usw.

Geschichte

Lino Care wird im Rahmen eines Projektes der Oikos VoG entwickelt, dessen Ziel die Vermittlung kostenloser Freundschaftsdienste zwischen Immigranten und Hiesigen zwecks Förderung der Integration ist. Das Projekt wird mitgetragen von der König-Baudouin-Stiftung and dem Kiwanis.

Im Oktober 2015 hatten Johannes und Luc zwei Analysegespräche, bei denen die Grundidee für Lino Care entstand. Im April 2016 entdeckten sie bei einem weiteren Analysegespräch, dass Lino Noi fast ohne Änderungen für diese Anwendung verwendet werden könnte. Ein früher Prototyp wurde am Donnerstag 21. April 2016 in Nispert vorgestellt und besprochen. Eine Woche später begutachteten Anna und Luc zum ersten Mal gemeinsam die frisch eingerichtete Datenbank.

Seitdem geht das Projekt nur langsam voran und wurde auch noch nicht einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt, weil die VoG Oikos im Sommer 2016 die meisten Mitarbeiter kündigen musste (aus Gründen, die nichts mit dem Projekt zu tun haben). Zur Zeit finden Überlegungen darüber statt, wer die Trägerschaft übernehmen soll.